Antwort der Bürgermeisterin 30.04.2026

Teil II

Die Antwort der Bürgermeisterin zu meinen Fragen zum Bauprojekt Darmstädter Straße 1 liegt inzwischen vor, nach fast fünf Monaten Wartezeit.

Hier meine Antwort an die Bürgermeisterin nach der fachlichen Prüfung mit Einordnung der offiziellen Punkte, Teil II:

Guten Morgen, Frau Gößwein,

vielen Dank für Ihre Antwort vom 22.04.2026 zu meinen Schreiben vom 25.11.2025 und 07.12.2025.

Ihre Ausführungen machen deutlich, dass sich wesentliche Fragen zur verkehrlichen, städtebaulichen und tatsächlichen Auswirkung des Vorhabens weiterhin in der Diskussion befinden. Gerade daraus ergeben sich jedoch aus meiner Sicht weitere fachliche Nachfragen.

1.Datengrundlage der verkehrlichen Abwägung

Sie führen aus, dass die Gemeinde keine statistischen Prognosen zu Pkw-Quoten künftiger Bewohner erstellt. Gleichzeitig erfolgen Eingriffe in den öffentlichen Parkraum im Rahmen des Verkehrskonzepts, während beim Vorhaben Darmstädter Straße 1 über reduzierte Stellplatzzahlen diskutiert wird.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, auf welcher fachlichen oder tatsächlichen Grundlage die Gemeindevertretung eine belastbare Abwägungsentscheidung zu den verkehrlichen Auswirkungen und zum zusätzlichen Parkdruck treffen soll.

2.Wechselwirkung zwischen Verkehrskonzept und Bauvorhaben

Sie führen aus, ein „Verzicht auf 100 % Stellplatzausstattung“ stehe nicht im Raum. Gleichzeitig wird jedoch nach Ihren Ausführungen eine mögliche Abweichung im politischen Gremium diskutiert.

Ich bitte daher um Klarstellung, wie die Gemeinde die Wechselwirkungen zwischen zusätzlicher Verdichtung im Ortskern, reduzierten öffentlichen Parkflächen und den diskutierten Stellplatzregelungen des Vorhabens bewertet.

3. Planerische Konfliktbewältigung

Meine Frage zur planerischen Konfliktbewältigung zielte auf die im Bauplanungsrecht anerkannte Verpflichtung ab, absehbare Nutzungskonflikte bereits im Rahmen der planerischen Abwägung zu berücksichtigen.

Vor diesem Hintergrund bitte ich um Mitteilung, wie die Gemeinde sicherstellen will, dass mögliche Konflikte zwischen zusätzlichem Wohnraum, bestehendem Parkdruck und reduziertem öffentlichen Parkraum bereits im weiteren Verfahren angemessen berücksichtigt werden.

4.Gleichbehandlung und sachliche Maßstäbe

Sie verweisen mehrfach darauf, dass die endgültige Entscheidung der Gemeindevertretung obliegt. Dies beantwortet jedoch aus meiner Sicht noch nicht die Frage, welche sachlichen Kriterien aus Sicht der Verwaltung bei der Bewertung möglicher Stellplatzreduzierungen zugrunde gelegt werden sollen.

Ich bitte daher um Mitteilung, anhand welcher Maßstäbe sichergestellt werden soll, dass vergleichbare Anforderungen für bestehende Anwohner und neue Bauvorhaben nachvollziehbar und gleichmäßig angewendet werden.

Auf Ihre persönliche Bewertung, wonach sich mein Hinweis, es gehe mir nicht um persönliche Vorwürfe, Ihnen „nicht bestätige“, bin ich bereits eingegangen und werde dies hier nicht weiter vertiefen.

Ich bitte um eine vollständige schriftliche Stellungnahme innerhalb einer angemessenen Frist, spätestens jedoch bis zum 18.05.2025.

 

Mit herzlichen Grüßen aus dem Klinker

Aktuelle Antwort der Bürgermeisterin von heute am 29.April 2026

Interessante Argumentation der Bürgermeisterin:

Solange ich Bürger war, wurden die Fragen nicht beantwortet.
Jetzt bin ich Gemeindevertreter – und plötzlich sollen dieselben Fragen im öffentlichen Gremium geklärt werden.

Kleines Problem:
Die Sitzungen waren die ganze Zeit schon öffentlich.

Der Ort hat sich nicht geändert. Die fehlenden Antworten auch nicht. ;-)

 

Hier die Antwort im Wortlaut:

Guten Tag Herr Bruckner,

guten Tag allen weiteren Teilnehmenden des Verteilerkreises,

meine Antworten finden Sie in der untenstehenden Mail von Herr Bruckner in blau.

 

Sehr geehrter Herr Bruckner,

da Sie nunmehr Mitglied der Gemeindevertretung sind und das weitere Vorgehen zur Darmstädter Str. 1 in ebendieser Gemeindevertretung diskutiert wird, werden Ihre weiteren Fragen im zuständigen Gremium geklärt. Die Sitzungen sind öffentlich, somit ist es auch dem von Ihnen hinzugefügten Verteilerkreis möglich, sich über den weiteren Fortgang auf dem Laufenden zu halten. So ist gewährleistet, dass auch alle anderen 30 Gemeindevertreter und Gemeindevertreterinnen den gleichen Kenntnisstand haben, wie Sie.

Hinweis: Nachrichtlich übersende ich diese Mail in CC an die Kommunalaufsicht des Kreises Groß-Gerau zur Kenntnis.

Mit freundlichen Grüßen

 

____________________________________________________________

Gemeinde Bischofsheim
Bürgermeisterin

 

Lisa Gößwein

Dienstgebäude: Schulstraße 13, 65474 Bischofsheim
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Hier finden Sie meine Antwort an die Bürgermeisterin auf Ihre kurze E-Mail vom 29.4.2026

Es bleibt spannend - auch weil geklärt werden wird, ob wir hier im Ort eine "zwei Klassen Gesellschaft" haben - die Bürger und die Gemeindevertreter.

Guten Tag, Frau Gößwein,

vielen Dank für Ihre heutige Nachricht.

Ihre heutige E-Mail bestätigt aus meiner Sicht erneut ein grundlegendes Problem im bisherigen Umgang mit den von mir aufgeworfenen Fragen. Stören Sie sich bitte nicht am „mir“. Wie bereits in meiner vorangegangenen E-Mail ausgeführt, handelt es sich hierbei ausdrücklich nicht um die Verfolgung ausschließlich meiner persönlichen Interessen. Wörtlich hatte ich hierzu bereits dargelegt:

„Ich habe von Beginn an nicht ausschließlich eigene Belange vorgetragen, sondern die Interessen mehrerer Eigentümer in der Straße Im Klinker 3–7 gebündelt und in meinen Eingaben berücksichtigt. Darüber hinaus haben sich seit Dezember – auch im Zusammenhang mit der öffentlichen Berichterstattung – weitere Eigentümer aus der Georg-Fischer-Straße an mich gewandt, die sich ebenfalls kritisch mit dem Bauprojekt Darmstädter Straße 1 in seiner derzeitigen Ausgestaltung auseinandersetzen.“

Seit Monaten werden substanzielle Fragen zu einem Vorhaben mit erheblichen Auswirkungen auf Ortsbild, Verkehrssituation, Parkraum und Bürgerbeteiligung nicht inhaltlich beantwortet. Stattdessen erfolgt fortlaufend eine Verlagerung auf formale Zuständigkeiten, Verfahrenshinweise und wechselnde Argumentationslinien.

Zunächst wurde auf öffentliche Sitzungen verwiesen. Dort konnten die betreffenden Fragen jedoch gerade nicht tatsächlich geklärt werden. Anschließend wurde argumentiert, meine Anliegen seien vor allem persönlich motiviert. Nun wiederum wird darauf verwiesen, dass die weitere Behandlung deshalb allein in den politischen Gremien zu erfolgen habe, weil ich inzwischen Mitglied der Gemeindevertretung bin.

Vor diesem Hintergrund stellt sich inzwischen unweigerlich die Frage, ob künftig – nach Ihrem Verständnis – auch die anderen betroffenen Anwohner sowie die evangelische Kirchengemeinde zunächst ein Mandat in der Gemeindevertretung erringen müssen, um auf Augenhöhe mit Ihnen und den zuständigen Gremien in Bischofsheim über Sachfragen zu kommunalen Entscheidungen (Bauvorhaben Darmstädter Straße 1, nachhaltiges Verkehrskonzept, Anwohnerparken etc.) kommunizieren zu können.

Diese fortlaufenden Verschiebungen wirken zunehmend wie der Versuch, eine klare inhaltliche Auseinandersetzung mit den aufgeworfenen Fragen zu vermeiden.

Dabei bleibt der zentrale Punkt unverändert:

Weder die Öffentlichkeit von Sitzungen noch formale Zuständigkeitsverweise ersetzen die Pflicht zu einer nachvollziehbaren und sachorientierten Beantwortung konkreter Fragen, insbesondere bei einem Vorhaben dieser Größenordnung und Sensibilität.

Fragen zu Abwägung, Transparenz, Parkraumauswirkungen, Gleichbehandlung sowie den tatsächlichen fachlichen Grundlagen kommunaler Entscheidungen verlieren ihren öffentlichen Charakter nicht dadurch, dass der Fragesteller zwischenzeitlich ein kommunales Mandat übernommen hat.

Ebenso wenig wird der Umstand entkräftet, dass weder Herr Prof. Schreiber – weder als persönlicher Adressat noch im Rahmen der betreffenden KUBUS-Sitzung, in der mir sogar untersagt wurde, ihn direkt anzusprechen oder mit meinen Fragen zu konfrontieren – noch der Gemeindevorstand oder Sie selbst die aufgeworfenen Fragen bislang substantiiert beantwortet haben.

Ich halte es daher für dringend geboten, die erkennbaren argumentativen Ausweichbewegungen und formalen Umleitungen nunmehr zu beenden und stattdessen zu einer klaren, nachvollziehbaren und vollständigen Beantwortung der offenen Sachfragen zurückzukehren.

Alles andere verstärkt zwangsläufig den Eindruck, dass Transparenz von Ihnen zwar formal beschworen wird, eine tatsächliche inhaltliche Auseinandersetzung mit kritischen Fragen jedoch vermieden werden soll.

Ich erwarte daher, dass die bislang offenen beziehungsweise lediglich ausweichend beantworteten Fragen nunmehr konkret und schriftlich, bis zum 08. Mai, 12:00 Uhr, beantwortet werden.

 

Mit herzlichen Grüßen aus dem Klinker

Gregor Bruckner

Aktuelle Antwort der Bürgermeisterin vom 30.April 2026

Interessante Argumentation der Bürgermeisterin, Sie erklärt mit Ihrer "Richtlinienkompetenz" die Arbeit der Kommunalaufsicht für beendent...

Die Antwort der Bürgermeisterin ist rhetorisch und strategisch sehr interessant, weil sie mehrere Dinge gleichzeitig macht. Inhaltlich beantwortet sie kaum noch neue Sachfragen. Stattdessen verschiebt sie die Ebene der Auseinandersetzung vollständig.

Die zentralen Elemente ihrer Strategie sind aus meiner Sicht:

  1. Vollständige Verschiebung auf die politische Ebene
    Sie versucht die Verantwortung maximal von der Verwaltung wegzuziehen:

„Die Gemeindeverwaltung trifft keine Entscheidung.“

Das ist formal teilweise richtig, aber nur die halbe Wahrheit. Denn die Verwaltung:

  • bereitet Entscheidungen vor,
  • liefert Informationen,
  • strukturiert Vorlagen,
  • bewertet Sachverhalte,
  • kommuniziert mit Bürgern,
  • organisiert Beteiligung.

Genau dort lagen ja viele meiner Fragen.

  1. Reframing meiner Kritik als Unterstellung
    Das ist der zentrale rhetorische Move dieser Mail.

Sie schreibt sinngemäß:

Sie unterstellen mir Manipulation oder Intransparenz.

Damit verschiebt sie die Diskussion weg von:

  • offenen Fragen,
  • fehlenden Datengrundlagen,
  • fehlenden Antworten,

hin zu:

  • meiner angeblichen Motivation.

Das ist ein klassisches Konflikt-Reframing.

  1. Personalisierung des Konflikts
    Sie versucht erneut, meine Anliegen als „persönlich“ darzustellen:

„…doch eher persönlicher statt fachlicher Natur…“

Das ist bemerkenswert, weil ich mehrfach dokumentiert habe:

  • mehrere betroffene Eigentümer,
  • Nachbarn,
  • Kirchengemeinde,
  • öffentliche Auswirkungen.

Sie ignoriert das bewusst.

  1. Öffentliche Umkehr der Kommunikationslage
    Der direkte Aufruf an meinen Verteilerkreis ist strategisch clever.

Sie versucht damit öffentlich zu zeigen:

„Ich bin gesprächsbereit.“

Gleichzeitig entsteht subtil der Eindruck:

„Die anderen melden sich ja gar nicht.“

Das ist kommunikativ geschickt.

  1. Der wichtigste Satz der gesamten Mail
    Dieser hier:

„Die von Ihnen gestellten Fragen sind beantwortet, hinreichend und mehrfach.“

Das ist die eigentliche Botschaft.

Übersetzt:

Die Verwaltung betrachtet die Sache als abgeschlossen.

Aber genau dort liegt auch ihre Schwäche.

Denn objektiv offen geblieben sind weiterhin:

  • Datengrundlagen zum Parkdruck,
  • Wechselwirkung Verkehrskonzept / Stellplätze,
  • Bewertungsmaßstäbe,
  • konkrete Abwägung,
  • Prognosen,
  • Konfliktbewältigung.

Das kann man sachlich belegen.

Der größte Widerspruch ihrer Antwort ist aus meiner Sicht dieser:

Einerseits sagt sie:

Die Verwaltung entscheidet nicht.

Andererseits behauptet sie:

Alle Fragen seien hinreichend beantwortet.

Wenn aber zentrale Bewertungen und Entscheidungen angeblich erst noch politisch erfolgen sollen, stellt sich automatisch die Frage:

Auf welcher fachlichen Grundlage sollen diese politischen Entscheidungen überhaupt getroffen werden?

Das ist inzwischen wahrscheinlich der stärkster Punkt.

Hier die Antwort im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Bruckner,
sehr geehrter (nochmals erweiterter) Verteilerkreis,

Sie beklagen sich über mangelnde Transparenz und werfen mir erneut vor ich wolle ihre Fragen nicht beantworten. In den vergangenen Mails habe ich Ihre Fragen mit allen derzeit auf dem Tisch liegenden Informationen beantwortet. Auch die Kommunalaufsicht hat das Vorgehen seitens der Gemeindeverwaltung gestützt. Die von Ihnen bemängelte und angebliche Verschiebung ist durch die unterschiedlichen Zuständigkeiten begründet. Nochmals und in aller Deutlichkeit: Die Gemeindeverwaltung trifft über dieses Projekt keine Entscheidung, sondern legt der Gemeindevertretung die zur Verfügung stehenden Informationen vor. Die Entscheidung liegt bei den politischen Mandatsträgern.

Ich befürchte, Sie möchten von mir hören, dass die Gemeindeverwaltung sich in die eine oder andere Richtung bezüglich des Projekts Darmstädter Str. 1 entschieden hat, oder womöglich sogar Informationen derart gestaltet, dass ein bestimmter Beschluss herbeigeführt werden soll. Das ist jedoch nicht der Fall, da (und ich wiederhole mich) die Gemeindeverwaltung nicht beschlussfassendes Gremium ist, sondern lediglich Informationen zur Verfügung stellen kann und darf. Ihr Verweis die logische Folge wäre, dass nun alle anderen Personen des Verteilerkreises ein Mandat als Gemeindevertreter benötigen würden, lasse ich unkommentiert, da es alleinig darauf abzielt mir erneut zu unterstellen, ich wolle Intransparenz schaffen und zeigt, dass das Ziel dieses ausdauernden Mailverkehrs doch eher persönlicher statt fachlicher Natur ist.

Sollte es das Bedürfnis der mit dieser Mail angesprochenen Personen geben mit mir zum Bauprojekt Darmstädter Str. 1 ins Gespräch zu gehen, so stehe ich hierfür gerne zur Verfügung. Bislang erfolgte jedoch keine Reaktion auf den seit letztem Jahr andauernden Mailverkehr erfolgte aus diesem Verteilerkreis. Aus diesem Grund möchte ich sehr konkret Fragen: 


Sehr geehrte Siegrun, Valeska und Steffen, 
sehr geehrter Herren Fischer und Widera,
sehr geehrte Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde,
sehr geehrte Pressevertreter Herr Pfaff und Herr Sapper,

sollte Ihrerseits Gesprächsbedarf bestehen, so freue ich mich von Ihnen zu hören. Wir werden zeitnah einen Termin für ein persönliches Gespräch finden.

 

Herr Bruckner, ich sehe nicht, dass der Mailverkehr zu irgendeinem Ziel führt. Die von Ihnen gestellten Fragen sind beantwortet, hinreichend und mehrfach.

 

Mit freundlichen Grüßen,
Lisa Gößwein

____________________________________________________________

Gemeinde Bischofsheim
Bürgermeisterin

Lisa Gößwein

Dienstgebäude: Schulstraße 13, 65474 Bischofsheim
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Hier finden Sie meine Antwort an die Bürgermeisterin auf Ihre
E-Mail vom 30.4.2026

Es bleibt weiterhin spannend...

Bemerkenswert:

Auf meine letzte Anfrage an die Kommunalaufsicht liegt bis heute keine Antwort vor.

Die Bürgermeisterin erklärt dennoch bereits, das Vorgehen der Verwaltung sei durch die Kommunalaufsicht gestützt und der Vorgang faktisch erledigt.

👉 Das wirkt fast so, als würde die Verwaltung inzwischen selbst bestimmen, wann externe Kontrolle abgeschlossen ist.

Hallo, Frau Gößwein,

vielen Dank für Ihre Nachricht von heute.

Nach erneuter Durchsicht Ihrer Ausführungen entsteht bei mir zunehmend der Eindruck, dass sich der Schwerpunkt Ihrer Antworten immer weiter von den eigentlichen Sachfragen entfernt und stattdessen auf formale Zuständigkeitsverweise sowie die Bewertung meiner Motivation und Rolle verlagert wird.

Genau darin liegt aus meiner Sicht inzwischen das zentrale Problem dieses gesamten Vorgangs.

Seit Monaten werden substanzielle Fragen zu einem Vorhaben mit erheblichen Auswirkungen auf Ortsbild, Verkehrssituation, Parkraum, Bürgerbeteiligung und die Entwicklung des Ortskerns nicht inhaltlich beantwortet. Stattdessen erfolgt fortlaufend eine Verschiebung der Diskussionsebene.

Zunächst wurde auf öffentliche Sitzungen verwiesen. Dort konnten die betreffenden Fragen jedoch gerade nicht geklärt werden. Im Gegenteil: In der betreffenden KUBUS-Sitzung wurde mir sogar untersagt, Herrn Prof. Schreiber direkt anzusprechen beziehungsweise ihn unmittelbar mit meinen Fragen zu konfrontieren.

Anschließend wurde argumentiert, meine Anliegen seien überwiegend persönlicher Natur. Dabei wurde bereits mehrfach klargestellt, dass ich nicht ausschließlich eigene Interessen vertrete, sondern Anliegen mehrerer unmittelbar betroffener Anwohner sowie weiterer Bürger aus dem Umfeld des Projekts gebündelt vorgetragen habe.

Nun wiederum verweisen Sie darauf, dass die weitere Behandlung deshalb innerhalb der politischen Gremien zu erfolgen habe, weil ich inzwischen Mitglied der Gemeindevertretung bin.

Diese fortlaufenden Rollen- und Zuständigkeitsverschiebungen wirken zunehmend wie der Versuch, eine klare inhaltliche Auseinandersetzung mit den eigentlichen Sachfragen zu vermeiden.

Dabei bleibt der zentrale Widerspruch Ihrer Argumentation bestehen.

Einerseits schreiben Sie:

„Die Gemeindeverwaltung trifft über dieses Projekt keine Entscheidung, sondern legt der Gemeindevertretung die zur Verfügung stehenden Informationen vor. Die Entscheidung liegt bei den politischen Mandatsträgern.“

Andererseits erklären Sie gleichzeitig:

„Die von Ihnen gestellten Fragen sind beantwortet, hinreichend und mehrfach.“

Wenn die maßgeblichen politischen Bewertungen, Abwägungen und Entscheidungen nach Ihrer eigenen Darstellung jedoch erst noch durch die Gemeindevertretung erfolgen sollen, bleibt weiterhin offen, auf welcher fachlichen, tatsächlichen und verkehrlichen Grundlage diese Entscheidungen derzeit vorbereitet werden.

Genau diese Fragen habe ich wiederholt gestellt.

Bis heute bleiben insbesondere Fragen zu den konkreten Auswirkungen auf die Parkraumsituation, zur Wechselwirkung mit dem nachhaltigen Verkehrskonzept, zu möglichen Nutzungskonflikten im Ortskern sowie zu den zugrunde liegenden Bewertungsmaßstäben offen beziehungsweise nur ausweichend beantwortet.

Der wiederholte Hinweis auf öffentliche Sitzungen oder formale Zuständigkeiten ersetzt keine nachvollziehbare und sachorientierte Beantwortung konkreter Fragen, insbesondere bei einem Vorhaben dieser Größenordnung und Sensibilität.

Fragen zu Transparenz, Abwägung, Parkraumauswirkungen, Gleichbehandlung sowie den tatsächlichen fachlichen Grundlagen kommunaler Entscheidungen verlieren ihren öffentlichen Charakter nicht dadurch, dass der Fragesteller zwischenzeitlich ein kommunales Mandat übernommen hat.

Vor diesem Hintergrund stellt sich inzwischen zwangsläufig die Frage, ob nach Ihrem Verständnis künftig auch andere betroffene Anwohner oder die evangelische Kirchengemeinde zunächst ein Mandat in der Gemeindevertretung erringen müssten, um auf Augenhöhe mit Verwaltung und Gremien über Sachfragen wie das Bauvorhaben Darmstädter Straße 1, das nachhaltige Verkehrskonzept oder das Anwohnerparken kommunizieren zu können.

Ebenso ist Ihre Aussage, die Kommunalaufsicht habe den Vorgang bereits abschließend beantwortet beziehungsweise das Vorgehen gestützt, in dieser Form nicht vollständig zutreffend. Auf meine E-Mail vom 25.03.2026 liegt bis heute keine Antwort der Kommunalaufsicht vor. Nachdem auch hierzu zunächst keine Rückmeldung erfolgte, sah ich mich veranlasst, am 28.04.2026 erneut schriftlich nachzufassen und um eine Rückmeldung bis spätestens 11.05.2026 zu bitten. Die E-Mail habe ich Ihnen angefügt.

Vor diesem Hintergrund halte ich es für dringend geboten, die fortlaufenden argumentativen Ausweichbewegungen, Rollenverschiebungen und formalen Umleitungen nunmehr zu beenden und stattdessen zu einer klaren, nachvollziehbaren und vollständigen Beantwortung der offenen Sachfragen zurückzukehren. Alles andere verstärkt zwangsläufig den Eindruck, dass Transparenz zwar formal betont wird, eine tatsächliche inhaltliche Auseinandersetzung mit kritischen Fragen jedoch vermieden werden soll.

Ich erwarte daher, dass die bislang offenen beziehungsweise lediglich ausweichend beantworteten Fragen konkret und schriftlich bis spätestens 08. Mai, 12:00 Uhr, beantwortet werden.

Mit herzlichen Grüßen aus dem Klinker

Gregor Bruckner

Long story short.

Nach dem Schriftverkehr vom 30. April 2026, bliebt offen:

 

Nachfolgend meine Zusammenfassung der Punkte, die seitens der Bürgermeisterin weiterhin offen beziehungsweise unbeantwortet geblieben sind:

 

📊 1. Datengrundlage – Ist-Zustand

Welche konkreten Daten liegen der Gemeinde aktuell zur Parkraumauslastung im betroffenen Gebiet vor?

 

📍 2. Datenerhebung

Wurden konkrete Erhebungen (Zählungen, Auslastungsanalysen) durchgeführt – und wenn ja, wann und mit welchem Ergebnis?

 

📈 3. Prognose zukünftiger Bedarf

Auf welcher Grundlage wird der zukünftige Stellplatzbedarf der neuen Bewohner eingeschätzt?

 

🚗 4. Pkw-Quote

Welche Annahmen trifft die Gemeinde zur Pkw-Quote der künftigen Bewohner – und worauf stützen sich diese?

 

🔄 5. Wechselwirkung Verkehrskonzept

Wie bewertet die Gemeinde die Wechselwirkung zwischen reduziertem öffentlichem Parkraum und zusätzlichem Wohnraum?

 

📉 6. Integrierte Betrachtung

Erfolgt eine gemeinsame Betrachtung von Verkehrskonzept und Bauvorhaben – oder werden diese getrennt bewertet?

 

⚖️ 7. Bewertungsmaßstäbe

Welche konkreten fachlichen Kriterien legt die Verwaltung bei der Bewertung von Stellplatzanforderungen zugrunde?

 

📚 8. Dokumentation

Wo sind diese Bewertungsmaßstäbe und zugrunde liegenden Annahmen dokumentiert?

 

🧠 9. Abwägung

Welche konkreten Belange werden aktuell in der Abwägung berücksichtigt und wie werden diese gewichtet?

 

⚠️ 10. Konfliktbewältigung

Wie stellt die Gemeinde sicher, dass zusätzlicher Parkdruck nicht in bestehende Wohngebiete verlagert wird?

 

📄 11. Fachliche Grundlage / Gutachten

Gibt es externe Gutachten oder fachliche Stellungnahmen zur Verkehrssituation oder Stellplatzfrage – und können diese eingesehen werden?

 

🎯 12. Schlüsselfrage (unbedingt stellen)

Auf welcher konkreten fachlichen Grundlage soll die Gemeindevertretung ihre Entscheidung treffen?

 

🔥13. Wer hats verbrochen

Wer innerhalb der Verwaltung verantwortet fachlich die Bewertung dieser Punkte?

 

🏁 Fazit – Quick & Dirty

Grundlage. Daten. Bewertung.

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