Haupt- und Finanzausschuss 26.02.2026

Politisch brisanteste Punkte im Haushalt 2026

 

 

Ich weiß gar nicht, ob Sie's wussten...

 

Kennen Sie die Fakten zur kommenden Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses (Haushalt) am 26.02.2026 in Bischofsheim?

 

Dann lehnen Sie sich zurück, ich fasse es Ihnen gerne zusammen, dann müssen Sie nicht Ihre kostbare Zeit damit verschütten 

 

Ihr Portemonnaie wird es Ihnen danken. ..

Die Beratungen zeigen drei zentrale Spannungsfelder:

Hier die Zusammenfassung der Anträge der GALB Bischofsheim

1.

Konflikt zwischen Konsolidierung und Transformationsinvestitionen
→ Sparanträge vs. Klima- und Beteiligungsprogramme.
 

2.

Hoher Anteil nicht disponibler Pflichtausgaben
→ realer Gestaltungsspielraum kleiner als politisch suggeriert.
 

3.

Steigende Personalkosten und strukturelle Bindungen
→ langfristig kaum kurzfristig steuerbar.

Politisch brisanteste Punkte im Haushalt 2026

.

1. Strukturelles Defizit trotz steigender Einnahmen

Der Haushalt weist ein Defizit von rund 5 Mio. € auf, obwohl Steuermehreinnahmen erwartet werden.
🔹 zeigt strukturelles Problem, kein kurzfristiges.

 

2. Rücklagenverbrauch statt struktureller Konsolidierung

Der Haushaltsausgleich erfolgt durch Rücklagenentnahme.
🔹 verschiebt Probleme in die Zukunft.

 

3. Massive Grundsteuererhöhung ab 2027 geplant

Hebesatz bis 1.500 % vorgesehen.
🔹 hohe Belastung für Eigentümer und Mieter.

 

4. Personalkostenanstieg um ca. 3 Mio. €

Tariferhöhungen, Stellenplan, Höhereingruppierungen.
🔹 größter langfristiger Kostenblock.

 

5. Kinderbetreuung als Kostenmotor

Über 100 Fachkräfte im Sozial- und Erziehungsdienst.
🔹 gesetzliche Pflicht → kaum steuerbar.

 

6. Freiwillige Leistungen werden nicht priorisiert

Kultur, Sport, Soziales weitgehend stabil.
🔹 Konfliktfeld zwischen Konsolidierung und gesellschaftlicher Infrastruktur.

 

7. Konfliktlinie: Sparanträge vs. Klima- & Beteiligungsinvestitionen

BFW fordert Einsparungen und Stellenstopp.
GALB fordert zusätzliche Mittel für Klima, Biodiversität und Beteiligung.
🔹 grundlegender politischer Richtungsstreit.

 

8. Fremdreinigung vs. Eigenpersonal als Sparpotenzial

Kosten ca. 350.000 € jährlich.
🔹 politisch steuerbar, aber arbeitsmarkt- und tarifpolitisch sensibel.

 

9. Investitionen mit steigenden Folgekosten (z. B. PV, Infrastruktur)

Investitionen bündeln sich, Folgekosten steigen.
🔹 Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit werden zum Prüfpunkt.

 

10. Hoher Anteil nicht disponibler Pflichtausgaben

Soziale Leistungen, ÖPNV-Umlage, Unterbringungskosten.
🔹 tatsächlicher Gestaltungsspielraum deutlich kleiner als politisch suggeriert.

 

Kurzfazit

Die Haushaltsdebatte wird nicht durch einzelne Sparmaßnahmen entschieden, sondern durch drei strukturelle Konflikte:

1. Steuererhöhungen vs. Ausgabenpriorisierung
2. Pflichtaufgaben vs. politischer Gestaltungsspielraum
3. Konsolidierung vs. klimagetriebene Zukunftsinvestitionen

 

P.S.

Ja, die Straßenmarkierungen kosten uns rund 310.000 € (Nachholbedarf & Ausbau Bewohnerparken) und da ist die „Fahrradstraße“ noch nicht mit eingepreist ;-)

Das Spannungsfeld: Fiskalische Notlage vs. Gestaltungsanspruch 

Antrag: 273-2/2025

Der Haushaltsentwurf 2026 der Gemeinde Bischofsheim offenbart einen tiefgreifenden Zielkonflikt zwischen der notwendigen fiskalischen Konsolidierung aufgrund eines massiven Defizits und den von der Fraktion GALB-B90/DIE GRÜNEN geforderten Transformationsinvestitionen in Klima- und Beteiligungsprogramme.

 

1. Das Spannungsfeld: Fiskalische Notlage vs. Gestaltungsanspruch

Die Ausgangslage ist geprägt von einem geplanten Jahresdefizit von ca. 5,53 Mio. EUR im Ergebnishaushalt. Während die strategische Haushaltsanalyse mahnt, dass kein Spielraum mehr für „schöner Wohnen“ bestehe und es nur noch um das nackte Überleben der finanziellen Handlungsfähigkeit gehe, setzt der Antrag der GALB auf eine ökologische und soziale Transformation, die zusätzliche Mittel bindet.

 

2. Transformationsprogramme der GALB (Zusätzliche Aufwendungen)

Die GALB fordert eine Reihe von Maßnahmen, die den Haushalt 2026 finanziell weiter belasten würden:

 

  • Klimaschutz und Biodiversität: Für die Entsiegelung sowie die Verbesserung der grünen und blauen Infrastruktur werden 100.000 EUR gefordert. Weitere 50.000 EUR sollen in die biodiversere Gestaltung von Grünanlagen fließen.

 

  • Wirtschaftsförderung mit Öko-Anreiz: Ein Förderprogramm für Fassadenbegrünung bei Unternehmen soll mit 10.000 EUR neu in den Haushalt aufgenommen werden.

 

  • Mobilitätswende: Die GALB drängt auf die Umsetzung des Verkehrskonzepts, insbesondere die Umwandlung der Schulstraße in eine Fahrradstraße, und fordert hierfür eine Kostenschätzung der Verwaltung.

 

  • Soziale Beteiligung: Für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen (z. B. Jugendforum) sollen 15.000 EUR bereitgestellt werden.

 

  • Barrierefreiheit: Hier wird die Einstellung von 50.000 EUR verlangt, um einen Investitionsstau aus dem Jahr 2024 aufzulösen.

 

3. Der Konflikt mit der Konsolidierungsnotwendigkeit

Diesen Forderungen nach Mehrausgaben steht eine Haushaltsrealität gegenüber, in der die Gemeinde ihre Rücklagen massiv aufbraucht (Sinken von 17,7 Mio. EUR auf ca. 7,8 Mio. EUR bis Ende 2026), um das Defizit rechnerisch auszugleichen.

 

  • Widerspruch zu Sparanträgen: Während andere Fraktionen wie die BFW die Streichung zusätzlicher Personalstellen (z. B. im Bauamt oder für Cybersicherheit) fordern, sieht der GALB-Antrag für die Jugendbeteiligung explizit zusätzliche Personalkosten (Überstunden, Mini-Job oder Übungsleiterpauschalen) vor.

 

  • Konflikt um Prioritäten: Die Gemeinde finanziert dringende Infrastrukturprojekte wie die Sanierung der Schindbergbrücke (2 Mio. EUR) bereits fast vollständig über neue Schulden. Transformationsinvestitionen wie die von der GALB geforderten Maßnahmen zur Klimaresilienz konkurrieren somit direkt mit diesen unaufschiebbaren baulichen Pflichtaufgaben um die knappen liquiden Mittel.

 

  • Einnahmenseite als Ausweg? Die GALB versucht den Konflikt zu entschärfen, indem sie anregt, die Einnahmen durch häufigere Gewerbesteuerprüfungen zu steigern. Die Verwaltung merkt hierzu jedoch an, dass die Planung der Gewerbesteuer primär auf den Vorjahreswerten basiert und Steigerungen erst jährlich angepasst werden.

 

4. Quick & Dirty

Der Kern des Konflikts liegt in der Frage der intergenerativen Gerechtigkeit. Die GALB argumentiert, dass Investitionen in Klimaresilienz die Bevölkerung vor künftigen Kosten durch Hitzeperioden oder Starkregen schützen. Die Haushaltsanalyse warnt jedoch davor, dass die aktuelle „Verschiebetaktik“ (Konsolidierung erst ab 2027 durch massive Grundsteuererhöhungen) die Liquidität der Zukunft ersticken wird.

Zusammenfassend prallen im GALB-Antrag der ökologische Zukunftssicherungswille und die fiskalische Notlage aufeinander: Jede zusätzliche „Transformations-Euro“ für Grünanlagen oder Jugendforen vertieft im Jahr 2026 das strukturelle Defizit, das mangels echter Einsparungen allein durch Substanzverzehr gedeckt wird.

Bleiben Sie neugierig und passen Sie bitte in Zukunft auf Ihren Portemonnaies auf ;-).

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