Kommunikation mit Kreis GG

Die Diskussion um die Stadtklimaanalyse 2024 und den Hitzeaktionsplan für Bischofsheim hat in den vergangenen Tagen eine interessante Wendung genommen.

Ausgangspunkt war eigentlich eine einfache Frage:


Auf welcher konkreten Datengrundlage beruhen die Aussagen über lokale Wärmebelastungen, Hitzeinseln und zukünftige Entwicklungen in Bischofsheim?

In mehreren Schreiben an den Kreis habe ich deshalb nachgefragt:

🔹welche konkreten Messstationen verwendet wurden,

🔹welche Daten tatsächlich gemessen wurden,

🔹welche Aussagen auf Modellierungen beruhen,

🔹welche Szenarien verwendet wurden,

🔹und wie groß die jeweiligen Unsicherheiten sind.

Die Antworten des Kreises waren dabei aufschlussreicher als zunächst erwartet.

Zunächst wurde allgemein auf „anerkannte wissenschaftliche Verfahren“, DWD-Daten und etablierte Modellierungen verwiesen. Konkrete lokale Messpunkte für Bischofsheim wurden jedoch weiterhin nicht benannt.

 

Im weiteren Verlauf bestätigte der Kreis dann ausdrücklich:

🔹dass mit modellgestützten Verfahren gearbeitet wurde,

🔹dass interpolierte Rasterdaten verwendet werden,

🔹dass unterschiedliche Klimaszenarien einfließen,

🔹und dass dabei unter anderem auch das inzwischen wissenschaftlich zunehmend kritisch diskutierte Szenario RCP8.5 verwendet wurde.

 

Besonders interessant wurde die Debatte allerdings an einer anderen Stelle.

Nachdem zuvor mehrfach erklärt wurde, die Datengrundlagen seien anhand der veröffentlichten Unterlagen nachvollziehbar, stellte der Kreis später gleichzeitig klar:

„Eine vollständige wissenschaftlich-technische Dokumentation sämtlicher Rechen-, Interpolations- oder Modellierungsschritte ist nicht Gegenstand der veröffentlichten Unterlagen oder der Informationsveranstaltung.“

Damit ist inzwischen faktisch bestätigt:
Die vollständige methodische Nachvollziehbarkeit der lokalen Aussagen für Bischofsheim liegt öffentlich gerade nicht vor.

 

Genau das ist der eigentliche Kern der Diskussion.

Denn selbstverständlich kann man über kommunale Hitzevorsorge sprechen. Die eigentliche Frage lautet aber:
Wie belastbar, präzise und transparent sind die konkreten lokalen Aussagen, auf deren Grundlage später möglicherweise planerische, politische oder finanzielle Entscheidungen getroffen werden?

 

Bis heute bleibt unter anderem offen:

🔹welche konkreten Messpunkte den Aussagen für Bischofsheim zugrunde liegen,

🔹welche Aussagen unmittelbar gemessen wurden,

🔹welche Aussagen auf modellierten beziehungsweise interpolierten Daten beruhen,

🔹und wie groß die jeweiligen Unsicherheiten der kleinräumigen Projektionen tatsächlich sind.

 

Die Diskussion dreht sich daher längst nicht mehr um die pauschale Frage „gibt es Klimawandel?“.

Die entscheidende Frage lautet inzwischen:


Wie transparent, nachvollziehbar und methodisch belastbar sind die konkreten lokalen Datengrundlagen, wenn daraus kommunale Planungen, Prioritäten und langfristige Investitionsentscheidungen abgeleitet werden sollen?

Und welche Kosten kommen auf die Bürger in Bischofsheim zu?

 

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.