Realistisch oder Träumerei?

CargoBeamer und der private Investor

📦 1. Realistische Nachfrage: Gibt es überhaupt genug Volumen?

Ausgangslage Rhein-Main

Die Region um Frankfurt am Main ist bereits:

  • einer der größten Logistikräume Europas 
  • mit bestehenden Terminals (z. B. in Wiesbaden, Frankfurt, Mainz) 
  • stark in internationale Lieferketten eingebunden 

👉 Das Problem ist nicht „kein Verkehr“, sondern eher Verteilung und Kapazität.

Kritischer Punkt

Ein neues Terminal braucht:

  • große, regelmäßige Mengen (Container, Wechselbrücken) 
  • langfristige Verträge mit Speditionen 

👉 Ohne diese fällt es in die typische Falle:
teure Infrastruktur, aber zu wenig Nutzung

🚛 2. Verkehrsrechnung (vereinfacht, aber realistisch)

Nehmen wir ein mittleres Terminal:

  • ca. 100.000–150.000 Ladeeinheiten pro Jahr 

Das entspricht ungefähr:

  • 300–500 Lkw pro Tag zusätzlich (Zu- und Abfahrten kombiniert) 

👉 Wichtig:
Das bedeutet nicht weniger Verkehr vor Ort, sondern:

  • weniger Fernverkehr auf Autobahnen 

mehr lokalen Verkehr rund um Bischofsheim

🚆 3. Bahnseite: der oft unterschätzte Engpass

Problem: Netz ist schon heute ausgelastet

Die Region ist ein Knotenpunkt:

  • Nord-Süd-Güterverkehr 
  • Personenverkehr (ICE, S-Bahn) 

👉 Mehr Terminals bringen nur etwas, wenn:

  • freie Trassen verfügbar sind 
  • oder Prioritäten im Netz geändert werden 

Sonst passiert Folgendes:

  • Güterzüge stehen 
  • oder fahren nachts (→ Lärmproblem) 

💰 4. Wirtschaftlichkeit (der entscheidende Punkt)

Ein Terminal rechnet sich nur, wenn:

  • es dauerhaft gut ausgelastet ist (meist >70 %) 
  • große Kunden gebunden sind 

Typische Einnahmequellen:

  • Umschlaggebühren 
  • Lagerung 
  • Logistikservices 

Risiken:

  • hohe Fixkosten 
  • lange Amortisationszeit (10–20 Jahre) 

👉 Viele Terminals sind indirekt subventioniert, auch wenn das selten offen gesagt wird

🏘️ 5. Lokale Auswirkungen in Bischofsheim

Negative Effekte (sehr realistisch)

  • Mehr Lkw auf Zubringerstraßen 
  • Rangierlärm, auch nachts 
  • Licht, Betrieb rund um die Uhr 
  • zusätzliche Flächenversiegelung 

Positive Effekte

  • Gewerbesteuer (aber oft geringer als erwartet) 
  • einige Arbeitsplätze (meist nicht sehr viele) 

👉 Netto-Effekt für Bürger:
Oft mehr Belastung als direkter Nutzen

⚖️ 6. Wann funktioniert so ein Projekt wirklich?

Die erfolgreichen Beispiele haben fast immer:

Klare industrielle Nachfrage

z. B. große Produktionsstandorte oder Häfen

Multimodale Anbindung

Schiene + Straße + ggf. Wasser

Politische Langfriststrategie

nicht nur lokales Prestigeprojekt

🧠 7. Realistische Gesamtbewertung für Bischofsheim

👍 Pro

  • Top-Lage im Rhein-Main-Gebiet 
  • bestehende Bahninfrastruktur 
  • grundsätzlich sinnvoll für Verkehrswende 

👎 Contra

  • Region bereits stark belastet 
  • Konkurrenz durch bestehende Terminals 
  • unklar, ob zusätzliche Nachfrage existiert  
  • lokale Nachteile sehr konkret, Vorteile eher abstrakt 

.

🎯 Ehrliches Fazit

Wenn man es ganz nüchtern formuliert:

👉Das Projekt kann sinnvoll sein, aber nur unter sehr engen Bedingungen.

Ohne klare Zusagen von großen Logistikakteuren besteht die Gefahr:

  • dass es wirtschaftlich schwach bleibt 
  • und lokal vor allem Belastung erzeugt 

Oder noch klarer:

👉 Für die Region als Ganzes kann es sinnvoll sein
👉 Für Bischofsheim selbst kann es ein klassischer „Lasten ohne Nutzen“-Fall werden

 

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