💸 Haushalt 2027 in Bischofsheim: Wenn der Rotstift fehlt, muss eben der Steuerbescheid ran.
Ich weiß gar nicht, ob Sie´s schon wussten…
Wer sich fragt, wie die Gemeinde Bischofsheim für 2027 plant, sollte einen Blick ins Ratsinformationssystem (RIS) werfen. Kleiner Spoiler: Der Rotstift scheint jedenfalls nicht das wichtigste Arbeitsgerät bei der Haushaltsaufstellung gewesen zu sein. Der Steuerbescheid dafür umso mehr. 😉
https://bischofsheim.gremien.info/meeting/511
🏠 Die Grundsteuer B: der Allzweck-Schlüssel zum kommunalen Geldspeicher
Der Haushaltsansatz steigt von rund 3,95 Millionen auf 5,98 Millionen Euro. Das sind über 2 Millionen Euro mehr beziehungsweise rund 51,3 % Mehreinnahmen gegenüber dem Haushaltsansatz 2026.
Gleichzeitig soll der Hebesatz von 950 auf 1.400 Prozent steigen, also um satte 450 Prozentpunkte beziehungsweise rund 47,4 %.
Und für 2028 stehen bereits 1.800 Prozent im Entwurf. Die nächste Runde der kommunalen Steuerleiter ist also schon eingeplant.
Man könnte natürlich zuerst fragen, wo Ausgaben reduziert werden können. Welche Leistungen sind verzichtbar? Welche Projekte können warten? Wo lässt sich die Verwaltung effizienter organisieren?
Aber mal ehrlich: Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht? Ein höherer Hebesatz ist schließlich die kommunale Version von „Haben Sie es schon einmal mit Aus- und wieder Einschalten versucht?“ Nur dass diesmal die Bürgerinnen und Bürger die Rechnung bekommen. 😉
📉 Gewerbesteuer: Die Prognose ist nicht so rosig. Macht nichts, wir planen einfach weiter!
Für 2027 stehen 8 Millionen Euro Gewerbesteuer im Plan. Dabei lag die Prognose für 2026 bereits unter dem damaligen Haushaltsansatz. Der Ansatz für 2027 liegt nur rund 125.000 Euro über der damaligen Prognose für 2026.
Wie belastbar ist das? Welche Annahmen stecken dahinter? Und was passiert, wenn die Einnahmen erneut hinter den Erwartungen zurückbleiben?
Fragen über Fragen. Aber vielleicht lautet die eigentliche Haushaltsstrategie ja: Wenn die Einnahmen nicht mitspielen, muss eben die Grundsteuer einspringen.
🪄 Sparen auf dem Papier: die neue kommunale Zauberkunst
Im Entwurf finden sich pauschale Kürzungen von insgesamt rund 1,78 Millionen Euro. Das klingt beeindruckend. Fast so, als hätte jemand den Rotstift im Großformat geschwungen.
Nur gibt es einen kleinen Unterschied zwischen einer Kürzung im Haushaltsplan und einer tatsächlich eingesparten Ausgabe.
Eine Zahl einzutragen, ist noch keine Einsparung. Eine pauschale Kürzung ist noch kein konkretes Konzept. Und eine rechnerische Entlastung ist noch kein Beleg dafür, dass am Ende wirklich weniger Geld ausgegeben wird.
Wo genau wird gespart? Welche Maßnahmen werden umgesetzt? Welche Einsparungen sind tatsächlich nachgewiesen?
Diese Fragen sollten beantwortet werden, bevor man den Bürgerinnen und Bürgern erklärt, warum sie tiefer in die Tasche greifen müssen.
💬 „The problem with socialism is that you eventually run out of other people's money.“
Der Satz wird Margaret Thatcher zugeschrieben. Unabhängig davon, wer ihn geprägt hat, passt er erstaunlich gut zu einer Haushaltspolitik, die steigende Einnahmen durch höhere Steuern einplant, während ein überzeugendes, konkretes Sparprogramm im Entwurf nicht ohne Weiteres zu erkennen ist.
Denn irgendwann ist auch der Geldbeutel der Bürger leer. Und die Grundsteuer ist kein kommunaler Geldautomat, bei dem man nur oft genug auf „Mehr Einnahmen“ drücken muss.
Was ich erwarte? Keine Wunder. Sondern eine solide Haushaltsführung.
✔️ Realistische Einnahmeprognosen statt Prinzip Hoffnung.
✔️ Konkrete Einsparmaßnahmen statt pauschaler Rechentricks.
✔️ Transparenz darüber, was tatsächlich eingespart wird.
✔️ Eine nachvollziehbare Begründung, warum die Bürger zusätzlich belastet werden sollen.
Natürlich muss eine Gemeinde ihre Aufgaben finanzieren. Aber bevor man die Hand noch tiefer in die Taschen der Menschen steckt, sollte man überzeugend erklären können, warum alle anderen Möglichkeiten nicht ausreichen.
Denn „Wir brauchen mehr Geld“ ist noch keine Haushaltsstrategie. Und „Die Bürger zahlen das schon“ ist kein Sparkonzept.
📄 Wer sich selbst ein Bild machen möchte: Der Haushaltsentwurf 2027 ist im Ratsinformationssystem der Gemeinde Bischofsheim zu finden. Ein Blick lohnt sich. Der Humor kommt beim Lesen möglicherweise von ganz allein:
https://bischofsheim.gremien.info/meeting/511
Überzeugen Sie sich selbst!
Im Haushaltsentwurf 2027 stehen die Angaben auf folgenden gedruckten Seiten:
- Seite 6: Hebesatztabelle mit Grundsteuer B 1.400 % für 2027.
- Seite 236: Erläuterung zu Sachkonto 5552000: Grundsteuer B mit 1.400 Hebesatzpunkten, ab 2028 1.800 Punkten. Verwaltungsentwurf-Haushalt-202…
- Seite 237: Folgeseite des Teilhaushalts Produkt 611.02, Steuern, allgemeine Zuweisungen und Umlagen.
Bleiben Sie neugierig, denn es ist Ihr Steuergeld das Ihnen demnächst im Portemonnaie fehlt.
P.S.
Die Folgekosten für das marode Familienzentrum sind hier noch nicht inkludiert!
Aber das Geld ist ja nicht weg – es hat nur ein anderer.
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